Don und Petie Kladstrup: Wein und Krieg
Bordeaux, Champagner und die Schlacht um Frankreichs größten Reichtum
Was tun, wenn die wertvollsten Weine Frankreichs in den Händen der deutschen Besatzer landen sollen? Die Antwort der französischen Winzer war ebenso mutig wie erfinderisch: Sie versteckten ihre besten Flaschen, fälschten Etiketten, ließen ganze Weintransporte verschwinden – und machten aus minderwertigem Wein vermeintliche Raritäten.
Don und Petie Kladstrup erzählen in „Wein und Krieg“ ein weitgehend unbekanntes Kapitel der französischen Geschichte. Während der deutschen Besatzung wurde Wein zum umkämpften Gut – und die Winzer zu unerwarteten Helfern der Résistance. Eisenbahner ließen ganze Züge mit Weinlieferungen verschwinden. Pariser Sommeliers ließen sich von einer Teppichreinigungsfirma Staub liefern, um jungen Wein als jahrzehntealte Kostbarkeiten auszugeben. Im legendären Restaurant La Tour d’Argent wurden 20.000 Flaschen eingemauert, während weitere 80.000 Flaschen von den Deutschen beschlagnahmt wurden. Selbst Mouton-Rothschild wurde für die Nazi-Führung kurzerhand mit falschen Etiketten versehen.
Doch hinter den oft geradezu unglaublichen Geschichten steckt mehr als französischer Erfindungsreichtum. Die Autoren zeigen, wie eng Wein und Widerstand miteinander verbunden waren und welche Rolle Winzer und Weinhandel im Kampf gegen die Besatzer spielten. Sie erzählen auch von mutigen Männern wie Pierre Taittinger, der dazu beitrug, Paris vor der Zerstörung zu bewahren, und von der Frage, warum Bordeaux trotz seiner Millionen wertvoller Weinflaschen nicht in die Luft gesprengt wurde.
Don und Petie Kladstrup, beide selbst ausgewiesene Weinliebhaber und Kenner der französischen Weinkultur, haben für ihr Buch mit Winzern und ehemaligen Widerstandskämpfern gesprochen. So entsteht ein lebendiges Stück Zeitgeschichte, das von Mut, List und Durchhaltevermögen erzählt – und ganz nebenbei eine faszinierende Geschichte des französischen Weins.