Pierre Lemaitre: Die Farben des Feuers
Prickelnd wie unser Annerosé – und mit einem Glas davon unbedingt zu empfehlen
Nach dem Tod des Bankiers Marcel Pericourt im Jahr 1927 steht seine Tochter Madeleine als Alleinerbin da. Eine Frau an der Spitze einer renommierten Bank? Das gefällt den wenigsten – vor allem nicht ihrem Onkel Charles, der ständig in Geldnot steckt und auf ein großes Erbe hofft. Auch der Prokurist Joubert fühlt sich durch das Testament gedemütigt. Es entspinnt sich eine Intrige gegen Madeleine und ihren gelähmten Sohn Paul, an deren Ende sie vor dem Nichts steht. Doch die Männer – darunter auch ihr ehemaliger Geliebter André – haben die Rechnung ohne Madeleine gemacht.
Der Prix-Goncourt-Preisträger Lemaitre interpretiert den Grafen von Monte Cristoim Paris der dreißiger Jahre neu. Entstanden ist eine ebenso perfide wie raffinierte Rachegeschichte, stilistisch brillant und geschickt in ihren historischen Kontext eingebettet. Ein maupassantesker Erzählstil, ein faszinierendes Sittengemälde und zugleich ein praller Gesellschaftsroman. Prickelnd wie unser Annerosé – und mit einem Glas davon unbedingt zu empfehlen.