Das erste zarte Blattgrün
Alles neu macht der Mai
Wenn im April aus den Stämmen unserer 70 Jahre alten Cabernet-Reben das erste zarte Blattgrün aufspringt und der Klatschmohn blüht, werden Frühlingsgefühle sichtbar. Jetzt, Anfang Mai kann man unseren Kletterpflanzen täglich beim Wachsen zusehen. In Extremfällen wächst ein einzelner Trieb in dieser Periode bis zu 10 cm pro Tag.
Die Hauptarbeit in den Reben ist daher im Mai die "ébourgeonnage", das Ausgeizen oder Ausbrechen der Reben zur Sicherstellung einer qualitativen Ernte. Beim fachgerechten Ausbrechen werden überzählige Triebe im Fruchtrutenbereich und wild gewachsene Triebe am Stamm mit der Hand "ausgebrochen", um Schnittwunden und das Absterben des Saftfluss in den Trieben zu verhindern. Mit einem gezielten Belassen von Trieben hat der geschulte Winzer dabei gleichzeitig die Möglichkeit, die Fruchtruten und den Schnitt für das nächste Jahr vorzudenken.
Bisher ist das Jahr für uns recht vielversprechend verlaufen. Die Frostperioden haben wir gut überstanden. In einer kritischen April-Woche mit nächtlichen Spätfrösten hat unser neues Team Nacht für Nacht rund hundert Strohballen und reichlich Pferdedung an den richtigen Stellen aufgestellt und - in einer konzertierten Aktion mit unserem Nachbarn - rechtzeitig abgefackelt.
Auch die Wasserversorgung war gut. 427mm Niederschlag hat unsere Wetterstation bis heute in diesem Jahr gemessen. In Hamburg waren es im gleichen Zeitraum 214mm. Auf starke Regenfälle im Mai und Juni, die bei den steigenden Temperaturen die Gefahr von Mehltau mit sich bringen, würden wir also gerne verzichten.
Drücken Sie uns die Daumen, dieses Jahr könnte ein gutes werden!