Auf dem Feld beginnt der Rebschnitt

Frostschäden vorbeugen

In diesen Tagen beginnt bei uns der Rebschnitt. Die Rebe ist ein Lianengewächs und sehr Licht liebend. Nach den Jahren der "Erziehung", in der sie ihre horizontale und vertikale Form erhält, wächst sie Jahr für Jahr von ihrer Stammhöhe von ca. 70 - 80cm auf bis zu 2,50m. 

Im Unterschied zu Bäumen, die mit dem Alter eine bestimmte Form annehmen, erhält die Weinrebe nur durch einen regelmäßigen Rebschnitt während oder nach der Winterpause ihre erkennbare Form. Zudem kann sie sich als Liane ohne Kletterhilfe nicht aufrecht entwickeln und braucht daher Unterstützung durch Pfähle und Drähte. Die Zeit des Rebschnitts besteht also aus zwei Aufgaben, dem Rückschnitt der im letzten Jahr gewachsenen "Laubwand" und der Reparatur von Pfählen und Drähten. 

Durch die klimatischen Veränderungen der letzten Jahren ist der Rebschnitt viel komplexer und aufwendiger geworden. Früher war es üblich und möglich, die Reben in den Wintermonaten in einem Durchgang und Hektar für Hektar über 3-5 Monate zu schneiden. Heute  können (zu) warme Frühjahre und ein daraus resultierendes (zu) frühes Wachstum allerdings zu erheblichen Frostschäden führen, wenn späte Fröste im April oder gar Mai auf ein frühen Austrieb treffen.  

Um der Zerstörung junger, grüner Triebe durch Frühjahrsfröste entgegenzuwirken, schneiden wir inzwischen zweimal. Jetzt, im Januar und Februar, entfernen wir während der Winterruhe der Rebe alle für das kommende Jahr überzähligen Triebe. Die für das kommende Jahr ausgesuchten Triebe (ca. 4-5 pro Rebstock) schneiden wir aber nur soweit zurück, das 5-6 Winteraugen (potentielle Knospen) stehen bleiben. Erst im zweiten Schritt erfolgt Ende März / Anfang April auch bei diesen Trieben der Rückschnitt auf das Stammholz. Durch den späten endgültigen Rebschnitt nach der Saftruhe können wir den Ausbruch der Knospen verzögern und die Gefahr von Frostschäden zumindest verringern.