Der Korken

Kaum etwas ist in der Weinwelt so umstritten...

… und kaum ein Zeitpunkt besser als die Abfüllung, um darüber zu sprechen. Ob der Kellermeister Pater Dom Pérignon der Erste war, der einen Korken auf eine Weinflasche steckte, oder die Engländer, die erste Glasflaschen zunächst mit Glasstöpseln verschlossen, ist nicht eindeutig überliefert. Auf jeden Fall begann mit der Entwicklung der Glasindustrie im 17. Jahrhundert der Siegeszug der Flaschenkorken aus Spanien und Portugal.

Heute sehen Kritiker im Korken eine Weinkultur der Alten Welt und eine unnötige Gefahrenquelle für Weinfehler in Form von Korkschmeckern und Oxidation. Befürworter schätzen am Korken dagegen den kulturellen Aspekt der Öffnungszeremonie und die Nachhaltigkeit des Rohstoffs.

Wir lieben den Korken und ganz besonders die innovativen Varianten von DIAM, die wir heute verwenden. Warum?

Die Rinde der Korkeiche besteht aus abgestorbenen Zellen und ist dank der Umwandlung von Fettsäuren und der Einlagerung von Wachsen ein echtes Wundermaterial: fest, elastisch, leicht, wasserabweisend und fast unverrottbar. Perfekt als Dämmmaterial, aber noch besser als Korken. Denn im Gegensatz zum Glaskorken, der mit Gel und Öl präpariert werden muss – ein mühsames und auch geschmacklich fragwürdiges Unterfangen – kann der Korken einfach in den Flaschenhals gedrückt werden. Und danach kann eine Weinflasche mit Korken auch noch „atmen“, da zwischen den Korkzellen ein Gasaustausch möglich ist.

Auch wenn die Befürworter und Lobbyisten der Schraubverschlüsse (bestehend aus Aluminium und Kunststoffdichtung) immer wieder auf verbesserte Ökobilanzen aufgrund des Recyclings des Rohstoffs Aluminium hinweisen: Kork ist ein nahezu perfekter, nachwachsender Rohstoff, und viele seriöse Analysen bescheinigen dem Naturkorken aus ökologischer Sicht eindeutig die bessere Wahl.

Korkeichen werden 250 bis 350 Jahre alt und sind ein Vorbild an Resilienz, da Kork nahezu unbrennbar ist. Dank des verstärkten Wachstums nach der Schälung speichern sie in ihrem Leben mehr CO₂ als jeder andere Baum. Ist eine Korkeiche 25 bis 40 Jahre alt, wird sie das erste Mal abgerindet, danach alle 9 bis 12 Jahre. Zudem sind Korkwälder ein wichtiger Lebensraum für Tiere, und die Früchte (Eicheln) sind ein wichtiges Winterfutter, z. B. für die berühmten iberischen Schweine.

Die Korkernte ist Schwerstarbeit und wird ausschließlich von Hand erledigt. Die geernteten Rinden werden nach Qualitäten sortiert und nach einem Wasserbad zu flachen Platten gepresst. Nur aus den hochwertigsten Korkrinden werden Naturkorkstopfen in einem Stück herausgestanzt. Sie müssen eine gleichmäßige Struktur und eine Stärke von mindestens 4 bis 5 cm haben. Die mit Qualitätskorken erzielten Preise von bis zu 1 € pro Korken bieten die höchste Wertschöpfung für den Produzenten. Etwa zwei Drittel der Ernte werden als Mikroagglomerat zu technischen Verbundkorken, Dämmplatten, Schuhsohlen oder Pinnwänden verarbeitet.

Vor zwanzig Jahren hat das französische Unternehmen DIAM die Korkenindustrie revolutioniert. Dank neuer Verfahrenstechnologie gelang es dem Unternehmen erstmals, gemahlenes Korkmaterial ohne Lösungsmittel oder Chemikalien so zu reinigen, dass alle Trichloranisol-Partikel (TCA) aus Pilzkulturen, die für den Korkgeschmack verantwortlich sind, beseitigt werden. DIAM-Korken gelten daher als organoleptisch neutral.

Zusätzlich entwickelte DIAM ein Herstellungsverfahren, mit dem auch der Sauerstofftransfer eines Korkens individuell festgelegt werden kann. Dieses Verfahren ermöglicht es, die Sauerstoffzufuhr durch den Korken an das gewünschte Profil eines Weins anzupassen – je nachdem, ob der Wein innerhalb von 6 Monaten oder erst nach 30 Jahren getrunken wird und ob es sich um einen Rot-, Rosé- oder Weißwein handelt. Aufgrund der Verbindung von Naturmaterial, handwerklichem Know-how und technologischer Innovation gelten DIAM-Korken heute als „state of the art“.

Und nicht vergessen: In unserem Bestreben, die CO₂-Bilanz unserer Weine stetig zu optimieren, beteiligen wir uns an einer Initiative, Korken für einen guten Zweck (Krebsforschung) zu recyceln. Sie können sich daran beteiligen: Sammeln Sie Korken und schicken Sie uns einen vollen Féraud-Karton. Als Belohnung für Ihre Bemühungen (und die Versandkosten) schenken wir Ihnen eine Flasche unserer besten Weine.