Syrah

Geschätzt seit der Antike


Da wir so von dieser Traube schwärmen, sollten ein paar Fakten zur Syrah-Traube nicht fehlen:

Syrah zählt neben Cabernet Sauvignon, Merlot und Pinot Noir zum Quartett der roten Edeltrauben. Berühmt wurde die Rebsorte an der Rhône durch die Weine aus Hermitage und Côte-Rôtie. Hier wird sie seit der Antike angebaut. In den Appellationen der nördlichen Rhône (Côte-Rôtie, Saint-Joseph, Hermitage, Crozes-Hermitage und Cornas) ist sie bis heute die einzige zugelassene rote Rebsorte.

Einer Legende nach wurde die Rebsorte Syrah im Jahr 1224 von einem Kreuzzug aus der iranischen Stadt Shiraz mitgebracht. Dies begründet auch den Namen Shiraz (statt Syrah) in Australien, Kalifornien, Chile und Südafrika. 1998 konnte mithilfe einer DNA-Analyse jedoch nachgewiesen werden, dass die Traube ihren Namen nicht dem frühen Weinanbau in Persien verdankt, sondern aus einer Kreuzung der französischen Rebsorten Dureza (einer seltenen Rebsorte aus der Ardèche) und Mondeuse Blanche (aus der Savoie) hervorgegangen ist.

Die dunklen Beeren der mittelgroßen Trauben sind gerbstoffreich und sorgen mit ihrer extremen Pigmentdichte für farbintensive Weine. Die Syrah-Traube mag karge und trockene Böden und setzt – wie kaum eine andere rote Rebsorte – unterschiedliche Terroirs in Aromen und Charakter um. So dominieren in den kühleren europäischen Anbaugebieten Pfeffer-, Gewürz- (z. B. Nelken) und Kräuternoten, in den wärmeren Anbaugebieten der „Neuen Welt“ dagegen opulentere und kräftigere Aromen von reifen roten Beeren, Schokolade oder Veilchen. Syrah-Weine begeistern zudem durch ihre ausgewogenen, gleichermaßen kräftigen wie samtigen Tannine und ihre Lagerfähigkeit.

Heute wird Syrah weltweit auf ca. 180.000 Hektar angebaut. Rund ein Drittel (ca. 60.000 Hektar) entfallen auf Frankreich. Auf Australien, wo Shiraz die meistangebaute rote Rebsorte ist, entfallen ca. 40.000 Hektar. Auch in den USA (Kalifornien), Chile, Argentinien, Südafrika, Spanien (Priorat), Italien und der Schweiz (Wallis) schätzt man die körperreichen und fruchtbetonten Syrah- oder Shiraz-Weine. In Deutschland betrug die Rebfläche der 1999 offiziell zugelassenen Traube 2024 etwa 120 Hektar.