Die richtige Temperatur im Sommer
Manche mögen's kalt.
Die richtige Temperatur für Wein ist ein heißes Thema, insbesondere im Sommer. Selbst für gute Restaurants kann dies eine Herausforderung sein. Keine Panik, wir haben einige Grundregeln zusammengestellt:
Rosé wird im Namen der Frische leider häufig „überkorrigiert“. Ein Rosé, der 30 Minuten oder länger in einem Eiskübel steckt, ist kurz vor dem Erstickungstod. Die Aromen werden ihm genommen, die Textur schwächelt und der Wein verliert die Fähigkeit, seine Nuancen zum Ausdruck zu bringen. Übrig bleibt dann nur noch die Frische, aber keine Persönlichkeit und kein Charakter. Wir empfehlen Ihnen für Rosés deshalb eine Temperatur von 8 bis 10 °C. Planen Sie – wenn Ihre Flasche nicht kühl gelagert ist – vor dem Servieren etwa 20 Minuten im Kühlschrank oder 15 Minuten in einem Eiswasserbad ein. Und umgekehrt: Wenn Ihre Flasche direkt aus dem Kühlschrank kommt, holen Sie sie ca. 10 bis 20 Minuten vor dem Servieren heraus. So bleibt der Rosé spritzig und erfrischend, ohne seine fruchtigen Aromen zu verlieren.
Wenn Sie Roséwein aber am liebsten eiskalt genießen, kein Problem. Schließlich ist die Frage der richtigen Serviertemperatur auch eine Geschmacksache, und darüber soll man ja bekanntlich nicht streiten. Wenn Sie so flexibel wie möglich bleiben möchten – schließlich hat nicht jeder am Tisch die gleichen Vorlieben –, empfehlen wir unsere „Cubes Frozés“. Sie finden sie in unserem Shop. Ab einem Bestellwert von 300 € gibt es dieses nützliche Sommeraccessoire sogar geschenkt!
Genau wie Roséweine werden Weißweine oft zu kalt serviert, wenn man sie direkt aus dem Kühlschrank holt. Ein Großteil der fruchtigen Aromen kommt dann nicht zum Ausdruck, und im Holz ausgebaute Weine zeigen häufig einen bitteren Geschmack. Um beim Einschenken von Weißweinen die richtige Temperatur zu haben, gelten im Prinzip die gleichen Regeln wie für Roséweine.
Aus Gründen der Lebensmittelsicherheit ist der Kühlschrank in Ihrer Küche in der Regel auf eine relativ niedrige Temperatur von etwa 4 °C eingestellt. So können Weine, die neben einer Flasche Mineralwasser stehen, zwar erfrischen, aber nicht begeistern. Während spritzige Weißweine (z. B. Sauvignon) wie unser Carlotta recht kühl (6 bis 8 °C) serviert werden können, um ihre Frische hervorzuheben, kommen „ausgebautere“ Weißweine wie unser Signature oder Weißweine aus dem Rhône-Tal oder dem Burgund bei ein paar Grad mehr besser zur Geltung.
Die Regel, Rotweine bei „Raumtemperatur“ zu servieren, ist heutzutage etwas irreführend. Diese Empfehlung stammt aus den Häusern des 18. und 19. Jahrhunderts, die weder über eine gute Isolierung noch über eine Zentralheizung verfügten. Damals lag die Raumtemperatur in der Regel bei 15 °C. Heute halten die meisten Menschen die Temperatur in ihren Wohnungen zwischen 18 und 21 °C. Und das ist für jeden Wein viel zu warm.
Die Lösung besteht nicht darin, alle Rotweine auf einmal kühl zu servieren, sondern nach Körper und Struktur zu unterscheiden.
Eine gute Faustregel: Je leichter und tanninärmer der Wein ist (Pinot), desto kühler sollte er serviert werden (zwischen 13 und 16 °C). Vollmundigere Rotweine (Cabernet / Syrah) können leicht gekühlt werden, jedoch nicht so stark, dass die Tannine aggressiv wirken (zwischen 15 und 18 °C).
Zusammenfassend gibt es drei Empfehlungen zum Thema Temperatur und Wein im Sommer:
- Die 20/20-Regel: War Ihr Rotwein nicht im Kühlschrank, stellen Sie ihn für 20 Minuten in den Kühlschrank. War Ihr Rosé- oder Weißwein im Kühlschrank, nehmen Sie ihn 20 Minuten vor dem Servieren heraus.
- Servieren Sie jede Flasche zunächst etwas kühler, als Sie es für nötig halten. Im Sommer erwärmen sich Weine viel schneller.
- Bewahren Sie die Flasche in einem Eiskübel auf und schenken Sie häufiger nach. So bleibt die Temperatur konstant.